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Kronen Zeitung

vor 9 Stunden
ADMIRAL Bundesliga

BREITE BRUST VOR DERBY

Fluch zu Ende! Austria jubelt dank „Boss Mode“

krone Sport

Die Wiener Austria hat sich mit einem unerwarteten 2:0 in Salzburg reichlich Selbstvertrauen für das Heimderby nächsten Sonntag gegen Rapid geholt. Trainer Stephan Helm hat seinem Team den „Boss Mode“ eingeimpft – eine Denkweise, die darauf abzielt, die volle Kontrolle über das eigene Handeln zu übernehmen und Ablenkungen zu minimieren. Das Resultat: der erste Austria-Sieg in Salzburg seit mehr als elf Jahren. Der Tabellenführer dagegen haderte mit seinem Liga-Jahresauftakt.


Nach den jüngsten Leistungen der Salzburger – einem 3:1 gegen den FC Basel und einem 2:3 gegen Aston Villa in der Europa League sowie einem 1:0 im Cup-Viertelfinale gegen den WAC – habe man Respekt gehabt. „Wenn ich selbst vor Herausforderungen stehe, gehe ich in diesen ‘Boss Mode‘“, erklärte Helm. „Ich verlange von meiner Mannschaft eine hohe Intensität, das haben sie umgesetzt.“ Man habe den Salzburgern ihre Stärken genommen. „Es ist wichtig, das richtige Mittel zu finden. Man darf nicht in ihre Stärken reinspielen.“

Bild: APA/EXPA

Die Austria zog den Bullen mit einer soliden, teils tief stehenden Abwehr den Zahn. „Das Spiel ist einfach zu analysieren, das könnte sogar meine Oma“, meinte Helm nach seiner 50. Ligapartie als Austria-Coach. Man habe in der fünfwöchigen Vorbereitung sehr gut am Mannschaftsgefüge gearbeitet. „Wir konnten konkret darauf hintrainieren. Ich habe der Mannschaft eine Idee mitgegeben“, sagte Helm. „Das nützt aber alles nichts, wenn nicht der Spirit in der Mannschaft da ist.“

Junge Wilde bei der Austria
Der scheint bei der Austria vorhanden. „Wir haben eine gute Mischung“, meinte Kapitän Manfred Fischer. Acht österreichische Spieler im Matchkader waren 20 Jahre und jünger, fünf kamen auch zum Einsatz. Das sei nicht sein Verdienst, betonte Helm. „Kein einziger junger Spieler, der hier auf dem Platz gestanden ist, hat etwas geschenkt bekommen.“ Routinier Fischer (30) formulierte es so: „Die Jungen dürfen und müssen ihre Chance nützen – wenn nicht, bekommen sie einen Arschtritt von uns.“

"Die Jungen dürfen und müssen ihre Chance nützen – wenn nicht, bekommen sie einen Arschtritt von uns."Manfred Fischerfan.at quote icon

Die lange Durststrecke gegen Salzburg – seit 2018 war man 24 Pflichtspiele sieglos – hätte schon „eine mentale Komponente“ gehabt. „Immer herzufahren und zu verlieren, da fehlt einem dann der Glaube“, erklärte Fischer. Durch den „Boss Mode“, den Helm vor dem Spiel ausgerufen hatte, hätten sich die Violetten das aber nicht anmerken lassen. Die Hoffnungen für das Wiener Derby sind nun groß. Fischer: „Wenn wir ähnlich auftreten wie hier, ist es unangenehm, gegen uns zu spielen.“

Mithelfen will dabei auch Johannes Handl, der in den Schlussminuten sein Comeback nach fast einem halben Jahr Pause wegen der Folgen einer Viruserkrankung gab. Anfangs waren schwerwiegendere Krankheitsbilder befürchtet worden. „Für mich waren es zwei Siege – einer mit der Mannschaft und einer für mich persönlich. Die Zeit war sehr schwer“, sagte der 27-Jährige. Helm freute sich für seinen Schützling: „Wenn er topfit ist, ist er einer der besten Innenverteidiger der Liga.“

Alte Probleme bei Salzburg
Salzburg behielt die Tabellenführung, war aber schwer enttäuscht. „Wir waren zwar gut zuletzt, aber das bedeutet jetzt nichts mehr, wenn man so eine Leistung abruft“, meinte Kapitän Mads Bidstrup. „Wir haben nicht schnell genug gespielt. Wir müssen schärfer sein, es war ganz einfach schlecht.“ Trainer Thomas Letsch habe nach Spielende einige Dinge klar angesprochen, ergänzte Ersatzstürmer Karim Onisiwo. „Wir sind alle sauer.“

Bild: GEPA

Letsch missfiel das Auftreten. „Wir haben an uns höchste Ansprüche. Wir wollen Titel gewinnen“, betonte der Deutsche. „Nicht, was war, zählt, sondern das, was aktuell abläuft, und was kommt. Wir müssen immer liefern.“ Sein Team habe „ein bisschen behäbig“ gewirkt. „Wir brauchen in jedem Spiel die Schärfe und Galligkeit – das, was Red Bull Salzburg immer ausgezeichnet hat. Der Kopf wird rattern.“ Gegen einen tief stehenden Gegner waren die Bullen einmal mehr mit ihrem Latein am Ende. „Alle Mannschaften auf der Welt tun sich da schwer“, meinte Letsch. Es brauche Kreativität und Tiefenläufe.

Die Durchschlagskraft von Petar Ratkov im Strafraum wurde ebenfalls vermisst. Direkten Ersatz für den für kolportierte 13 Millionen Euro zu Lazio Rom abgegebenen Serben gibt es nicht. Letsch sprach von einer „gemeinsamen“ Entscheidung und der Schwierigkeit, einen solchen im Winter zu holen. „Ich bin mit dem Kader absolut zufrieden“, betonte der Chefcoach nach Ende der Transferzeit. Nächsten Sonntag geht es zu Abstiegskandidat GAK. Danach folgt ebenfalls auswärts der Ligaschlager bei Verfolger LASK.


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